International

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Einzelauskünfte im Zoll- u. Außenwirtschaftsrecht

26000

Außenwirtschaftsdokumente

56000

Intensivberatungen zum Auslandsgeschäft

300

Unternehmerreisen mit ca. 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern

6

Ausländerrechtliche Beratungen

450

America first gegen den Rest der Welt

Trump-Administration als Game Changer

US-Präsident Trump hat schon in seiner Antrittsrede seine Grundprinzipien für den Umgang mit dem „Rest der Welt“ deutlich gemacht, nämlich „America first“ sowie Bilateralismus statt Multilateralismus. Und da für ihn Handelsbilanzdefizite der USA stets Ergebnis einer ausländischen Diskriminierung sein müssen, wurde auch die EU mit Strafzöllen für Stahl- und Aluminiumprodukte überzogen. Gerade in Düsseldorf, dem Stahlhandelsplatz Nr. 1 in Deutschland, spürt die Wirtschaft die Auswirkungen solcher Maßnahmen. Schon jetzt herrscht Unruhe auf den internationalen Stahlmärkten, bisher für die USA bestimmte Mengen Stahl drängen auf den deutschen Markt. Wie es weitergeht, ist noch offen. Der „Trump/Juncker-Deal“ vom Juli 2018 sorgte nur für ein 120-tägiges Moratorium, innerhalb dessen beide Seiten über die Grundlagen eines neuen Handelsvertrages verhandelten.

Handelspolitik ist damit für die IHK ein zentrales Thema ihrer Arbeit geworden. Den Auftakt machte das „1. Düsseldorfer Forum zur Handelspolitik“ am 17. Mai, bei dem Experten von der WTO, dem EU-Parlament, der EU-Kommission und der Repräsentanz der deutschen Wirtschaft in Washington über die Perspektiven der Welthandelsordnung diskutierten. Ein Erfahrungsaustausch betroffener Unternehmen des Stahlhandels am 6. Juli lieferte allen Beteiligten interessante Einsichten in die Marktsituation und gab Hinweise auf die Ausrichtung der Geschäftsstrategie.

Überblick über die wichtigsten Handelsströme in unserer globalisierten Welt.
(Grafik: RP-Media)

Angesichts der vielen disruptiven Entwicklungen in der Weltwirtschaft war der Abschluss des Freihandelsabkommens zwischen der EU und Japan ein wichtiger Lichtblick.

Auch wenn sich die Liberalisierungen - vor allem in sensiblen Bereichen – zum Teil über mehrere Jahre erstrecken, ist das Abkommen ein wichtiges Signal für offene Märkte. Gewürdigt wurde es deshalb in einem Pressegespräch von IHK-Präsident Andreas Schmitz mit NRW-Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart, Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel und dem Japanischen Generalkonsul Ryuta Mizuuchi am 4. Mai: Zusätzlich bot die IHK gemeinsam mit der Japanischen IHK zu Düsseldorf für japanische Unternehmen am 17. Mai eine Veranstaltung zu diesem Thema an.

Sanktionen als Handelshemmnis

Sanktionen gegen Russland und den Iran

Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel (links) diskutierte angeregt mit NRW-Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart (Bildmitte) und der Moderatorin auf der Russland-Konferenz. (Foto: Wilfried Meyer)

Die Unterschiede zwischen den Sanktionen Europas und denen der USA gegenüber Russland und dem Iran führen zu großen Problemen auf geschäftlicher Ebene. Aufgrund der extraterritorialen Rechtsanwendung durch die USA drohen europäischen Unternehmen hohe Strafen. Das führt häufig dazu, dass sich betroffene Unternehmen aufgrund der größeren Bedeutung des USA-Geschäfts aus dem Iran zurückziehen.

Infolgedessen bemüht sich die EU, mit der Blocking-Verordnung und dem Aufbau einer Zweckgesellschaft zur Zahlungsabwicklung im Irangeschäft neue Instrumente zu entwickeln und sich so aus der Abhängigkeit vom US-Dollar zu lösen.

Der Austausch über Erfahrungen mit dem Irangeschäft stand im Mittelpunkt von Gesprächen am 6. Juli und 30. November, die die Schwierigkeiten für betroffene Firmen thematisierten. Der Zahlungsverkehr mit dem Iran stand auch im Fokus eines Dialogs mit dem Bankenverband NRW am 10. Juli.

Eine ähnliche Entwicklung wie im Iranhandel ist für das Russlandgeschäft zu befürchten. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die IHK mit betroffenen Unternehmen aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen am 18. Mai ein Strategiegespräch mit NRW-Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, und dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die Auswirkungen der Sanktionen gegen den russischen Aluminiumhersteller Rusal, die Verunsicherung der in Russland engagierten deutschen Unternehmen durch die zu befürchtende Erweiterung der US-amerikanischen Strafmaßnahmen und mögliche Reaktionen darauf.

Brexit: River of no return?

Großbritanniens Austritt aus der EU belastet Unternehmen nicht nur durch höhere Bürokratiekosten

Selten war eine so gravierende Entscheidung wie das beabsichtigte Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union mit so chaotischen Begleitumständen verbunden wie der Brexit. Gut zweieinhalb Jahre sind seit dem britischen Referendum vergangen, und noch immer ist unklar, wie die zukünftigen Beziehungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich (UK) aussehen und welche Übergangsfristen gelten oder ob nicht sogar ein zweites Referendum stattfindet. So oder so: Die Unternehmen haben keine andere Wahl, als sich auf das Schlimmste, einen harten Brexit, ab Ende März 2019 einzustellen.

Zollanmeldungen für alle Ein- und Ausfuhren aus dem und in das UK sowie Zollkontrollen und damit erhebliche Probleme für die Lieferketten zeichnen sich ab. Und ob wie bisher Mitarbeiter für die Abwicklung von Geschäften entsandt werden dürfen oder ob in Großbritannien erworbene Marktzugangslizenzen für die EU auch weiterhin gelten, ist mit vielen Fragezeichen versehen. Der Brexit, so viel steht jedenfalls fest, schafft fast nur Verlierer. Die IHK-Organisation schätzt, dass allein 14,6 Millionen Zollanmeldungen die Folge sein werden. Die Bürokratiekosten dafür sind enorm, von den Problemen an den Grenzen ganz zu schweigen.

Die IHK sensibilisierte ihre Unternehmen durch ausführliche Webinformationen, Vorträge in den IHK-Regionalausschüssen sowie bei externen Veranstaltungen.

Quo vadis, Europa?

Zentrifugale Kräfte auf dem Vormarsch

(Foto: Picture Alliance / Christian Ohde)

Ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, in dem Gemeinsamkeit angesichts der außen- und sicherheitspolitischen Probleme in der Welt mehr als nötig wäre, nehmen die zentrifugalen Kräfte innerhalb der EU zu: Der Brexit, die Sonderwege einiger osteuropäischer Länder in Sachen Gewaltenteilung und Pressefreiheit sowie die italienische Absage an eine stabilitätsorientierte Finanzpolitik sind hier zu nennen.

Plötzlich scheint auch die Idee des Binnenmarktes zur Disposition zu stehen. Im Dienstleistungssektor war er ohnehin nur teilweise verwirklicht. Nun wird immer häufiger zu nationalen Sonderregelungen für die Entsendung von Mitarbeitern gegriffen.

Die IHK informierte über die in den einzelnen Ländern geltenden Regelungen mit einem umfassenden Informationsangebot auf ihrer Homepage und einer Veranstaltung am 12. Juni.

Mit uns in die Welt

Die IHK ist Partner bei der Erschließung von Auslandsmärkten

Seit 2007 sind die IHKs in NRW Gesellschafter der Außenwirtschaftsförderungsgesellschaft NRW.International, die die von der Landesregierung zur Verfügung gestellten Mittel für die Außenwirtschaftsförderung in Projekte transformiert und umsetzt. Die IHK Düsseldorf nimmt für die 16 Industrie-und Handelskammern in NRW nicht nur die Mitgliedschaft im Aufsichtsrat wahr, sondern ist auch der führende Ideengeber und Projektentwickler. So organisierte die IHK beispielsweise federführend mehrere Unternehmerreisen:

Während der Unternehmerreise NRW goes Innovation ein Blick auf das Silicon Valley. (Foto: Katrin Lange)

Darüber hinaus lud die IHK in ihrer Rolle als NRW-Schwerpunktkammer für Japan zu verschiedenen Round Tables ein, bei denen es um Kooperationsmöglichkeiten mit Japan in der Medizintechnik ging.

Außerdem beteiligte sich die IHK an den Delegationsreisen von Wirtschaftsminister Professor Dr. Andreas Pinkwart nach Japan (15. bis 20. Oktober 2018) und China (21. bis 25. Oktober 2018).

Globalisierung contra Protektionismus

Das internationale Geschäft wird komplizierter und komplexer

Wer gehofft hat, dass Globalisierung stets mit einem Abbau von Handelshemmnissen einhergeht, sah sich auch 2018 enttäuscht. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Die Versuche der USA, mit Strafzöllen und bilateralen Deals ihr Handelsbilanzdefizit zu senken, die damit verbundene Aushöhlung der Welthandelsorganisation WTO und ihrer Grundprinzipien Multilateralität und Meistbegünstigung, das Vordringen bilateraler Freihandelsabkommen mit abweichenden Regeln, etwa für die Bestimmung des Warenursprungs, zunehmender Protektionismus und die Politisierung des internationalen Handels durch Embargos und Sanktionen.

Die Beratungskompetenz der IHK war in individuellen Gesprächen und Kontakten 2018 rund 26.000-mal gefragt. Ein „Renner“ waren erneut fünf Veranstaltungen zum Thema „Aktuelle Änderungen im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht“ im Januar mit mehr als 300 Teilnehmern.

Einzelauskünfte

26000

Außenwirtschaftsdokumente

56000

Start-ups on tour

Going international mit der IHK

Viele Start-ups richten ihren Blick von vornherein ins Ausland – etwa, weil ihre Geschäftsidee international einsetzbar ist, sie ihr Geschäft skalieren wollen oder sie Investoren auch jenseits der deutschen Grenzen suchen. Die IHK Düsseldorf ist hier mit vielen Initiativen ein gesuchter Partner, zum Beispiel in den „Going International“-Workshops während der Düsseldorfer „Start-up-Woche“ oder bei Start-up-Reisen ins Ausland.

So finden sich auf der IHK-Aktivitätenliste die „Start-up NRW: USA – Silicon Valley“-Reise (9. bis 14. September 2018) und die „Start-up NRW: Helsinki“-Reise zur Slush, dem größten Start-up-Event der Welt (2. bis 6.Dezember 2018). Darüber hinaus beteiligte sich die IHK an der „Start-up NRW: Singapur“-Reise vom 8. bis 14. März 2018 und begrüßte mehr als 50 ausländische Start-ups aus über 20 Ländern im Rahmen der „Start-up Germany Tour 2018“.

Eindrücke von der Veranstaltung „Start-up International“ mit rund 50 ausländischen Start-ups in Düsseldorf. (Foto: Hans-Jürgen Bauer)
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